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Port Police auf Kos verärgert Segler  [2.8.2009]


Man sollte eigentlich annehmen, daß die ostdodekanischen Inseln, ökonomisches Fördergebiet in Griechenland vergleichbar Ostdeutschland, froh sind, über jeden Besucher, zumal die touristischen Besucherzahlen nach lokalen Angaben in 2009 um über 20% zurückgegangen sind und die "All inclusive"-Hotelanlagen den "freien" Gastronomen und Urlaubsanbietern die Kunden madig machen.

Daß die griechische Bürokratie "gewöhnungsbedürftig" und meist nur mit Engelsgeduld zu ertragen ist, ist dem Besucher und Segler ja hier schon hinlänglich bekannt, und so sind die meisten Segler bereits gewappnet und bringen viel Zeit mit, um irgendeinen Stempel zu holen, der eigentlich niemanden interessiert. Auch die Beamten sind nicht unbedingt die Sündenböcke, aber man kann Dinge "so oder so" regeln...derzeit geht es wohl ziemlich schikanös zu - worüber sich alle aufregen, aber...that´s the law - würden die Griechen sich doch sonst auch mal so sehr an "the law" halten, z.B. beim Umweltschutz, würde man wohl weniger staunen und meckern!

Den Vogel schießt in 2009 die Port Police Kos ab:


zwar hat man wie in den Vorjahren im Sommer in der Marina Kos  ein Außenbüro der Port Police eingerichtet, doch wer glaubt, sich dadurch einen weiten Weg zu sparen, irrt gewaltig.
So wird  - wie früher auch - eine  Stempelgebühr von 0,88 € berechnet.
Diese wurde üblicherweise gleich von der Port Police inkassiert.
Ohnehin lächerlich, denn die zum Ausstellen der handschriftlichen ausführlichen Quittung vergeudete Zeit steht in keinerlei Relation zum inkassierten Betrag...aber sei´s drum.


Nun jedoch kassieren die Beamten nicht mehr selbst, sondern man muß - Schilda lässt grüßen - zuerst in das ca. 2,5 km entfernte TAX OFFICE pilgern, um dort erst einmal Schlange zu stehen, bis die anderen Kunden ihre Steuern berappt haben (Griechen mit oft umfangreicheren Vorgängen, was ja in Griechenland üblich ist), um dann seine 88 cent zu zahlen, deren Quittung zwar nun gedruckt wird, aber alleine der Mehrfachdurchschlag und die Inanspruchnahme von mindestens 2-3 Sachbearbeitern lässt einen kopfschüttelnd den - per Klimaanlage tiefgekühlten - Ort des bürokratisch-hellenischen Wahnsinns im besten Fall fröstelnd, manchmal aber auch einer Erkältung wieder verlassen.
Da nicht alle Port Police Beamten wissen, wo sich das Tax Office befindet, und daher gerne mal den unbedarften Besucher ins falsche Büro schicken:
es ist NICHT das neue Gebäude am Platz mit den beiden Cafes zwischen der Taverne Socrates und der bar Everest, sondern das Tax Office befindet sich in der BAR STREET, um die Ecke des Schnellrestaurants "Goodies", wenn man mit dem Rücken zum Hafen steht die 1.Straße links, 2.Gebäude, 1.Stock links.

Dieses TAX OFFICE hat  zudem Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 8 - 13 Uhr
Wer außerhalb dieser Zeiten seine Tax berappen will, muß notgedrungen wiederkommen.
Besonders ärgerlich  ist das, wenn jemand am Samstag anreist, und mit seiner Privatyacht auslaufen will (lokale Charteryachten sind nicht betroffen), oder wenn eine Charteryacht aus einem anderen Hafen kommend, weitersegeln will.... Pustekuchen.

Man muß bis Montag warten, denn das TAX-OFFICE hat ja geschlossen...
Ist das eine Art "Bleibehaft", um die örtliche Gastronomie zu fördern, oder schlichtweg Schikane?
Zusätzlicher Pferdefuß:  
man kann zwar mehrere 88 cent-Quittungen auf einmal erwerben, und bei jedem Stempelvorgang diesen vorlegen, aber diese gelten nur im laufenden Monat...

Wer also in Kos (und vermutlich anderen Inseln auch) seine Papiere korrekt abwickeln will/muß, sollte sich dafür entweder einen entsprechenden Zeitplan ausdenken oder schon vorher jemanden zum Erwerb einer 88 ct-Quittung schicken.

Hat man dann noch Glück, und der am Samstag (Charterwechsel) im Stress befindliche Beamte in der Marina hat Lust, wird man auch abgefertigt.
Bei Arbeitsüberlastung wird man nämlich auch gerne  darauf hingewiesen, das Port Police Außenbüro sei nur für Charterschiffe unter griechischer Flagge (was nicht stimmt), und trabt dann vergeblich zum Hauptoffice, wo man erfährt, daß man... siehe oben...

... und das alles subventioniert von EU-Steuergeldern!
Wer sich wohl solch einen sowohl bürokratischen wie ökonomischen Unsinn ausdenkt, und wer ist verantwortlich für eine derart besucherunfreundliche Regelung?



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